Folge 1235: ATALANTE - Aufbruch in die Wirklichkeit

Der erste Eindruck direkt nach dem Kino

10.08.2023 10 min Kathrin, Johanna und Thomas

Zusammenfassung & Show Notes

„L’Atalante“ heißt der Flussfrachter, dessen junger Kapitän Jean das Mädchen vom Dorf, Juliette, heiratet. Sie erträumt sich von der Ehe den Ausbruch aus der Enge und Besuche in der Glitzerwelt von Paris. Die Wirklichkeit ist etwas ärmlicher und weniger aufregend, als Juliette erhofft hatte. Und so rechnet sich ein charmanter Straßenhändler bei ihr Chancen aus. Die junge Ehe zwischen Eifersucht, Streit, Selbstverwirklichung und Versöhnung scheint zu zerbrechen. Der wütende Ehemann muss erst einmal erwachsen werden, während Juliette mit der harten Wirklichkeit konfrontiert wird.

Wir haben den französischen Filmklassiker von Jean Vigo in der Capitol-Jubiläumsnacht als Überraschungsfilm gesehen. Weniger als ein Dutzend Zuschauer haben bei der Information „französischer Schwarzweissfilm von 1934“ sofort das Kino verlassen. Das überwiegend junge Publikum hat sich auf Jean Vigos einzigen Langfilm eingelassen: Ein tragikomischer Liebesfilm, der in der Erzählweise, Dramaturgie und Inszenierung seiner Zeit weit voraus war und mit seinem poetischen Realismus unter anderem die Filmemacher:innen der Nouvelle Vague inspiriert hat. Eine einfache Liebesgeschichte mit überraschend subtilen Elementen – die Charaktere sind komplex und sie durchlaufen in nur 88 Minuten Laufzeit eine glaubwürdige Entwicklung.

Jahrzehnte gab es den Film nur in einer stark geschnittenen Fassung, erst 1990 wurde eine längere Fassung entdeckt. Die ursprüngliche Schnittfassung wurde im Auftrag von Gaumont von Jean-Louis Bompoint und Pierre Philippe restauriert, wobei vor allem eine von Bompoint im britischen National Film and Television Archive entdeckte Kopie des Films zugrunde gelegt wurde, Wir haben im Capitol die restaurierte Version des British Film Institute (BFI) gesehen – im französischen Original mit englischen Untertiteln. Im Podcast nach dem Film reden wir über einen schlechtgelaunten Hochzeitszug, über die starke Hauptdarstellerin Dita Parlo, über eine faszinierende Unterwasser-Sequenz, über eine beeindruckende Tanzinszenierung und vielschichtige Nebenfiguren (der alte Matrose!) und wir fragen uns, was aus den Katzen an Bord der L’Atalante wurde. Am Mikrofon spät in der Nacht vor dem Capitol: Kathrin, Johanna und Thomas.

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