Folge 1422: DAS ENDE DER STERNE - Die Liebe in den Zeiten der Pandemie
Der erste Eindruck direkt nach dem Kino
05.09.2026 19 min Usual Suspects
Zusammenfassung & Show Notes
Achtung, diesmal SPOILERN wir, sowohl hier im Text als auch im Podcast. Nach dem Trailer hatte ich etwas anderes erwartet: einen postapokalyptischen Actionthriller, düster und niederschmetternd, weil einem Protagonisten ans Herz wachsen, die dann nach und nach sterben. So sind die Genre-Vorgaben.
Es geht erst einmal langsam los, wir begleiten den Piloten Hig (Jacob Elordi) auf seinen Streifzügen durch das fast menschenleere Denver. Es fühlt sich lange Zeit an, wie eine realistische und ruhige Version von THE OMEGA MAN (I Am Legend) und dann wie A BOY AND HIS DOG. Aber irgendwann trifft Hig auf Cima, eine junge Frau (Margaret Qualley). Beide haben in der pandemischen Apokalypse ihre Partner verloren und nähern sich ganz langsam an.
Auch wenn zwischendurch marodierende Banden für Lebensgefahr und Spannung sorgen, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier um eine postapokalyptische Version von JENSEITS VON AFRIKA handelt. Es geht um Hig und Cima und die respektvolle und anständige Art, wie diese beiden Menschen in einer gesetzlosen Welt nach dem Ende der Zivilisation miteinander umgehen. Es geht um die Frage, ob man gut sein und bleiben kann in einer bösen, gescheiterten Welt.
Ridley Scott wählt dafür zurecht eine ruhige Erzählweise und dreht wunderbare Bilder fast komplett in einer Natur, von der wir erkennen, dass sie bleiben wird, wenn wir längst verschwunden sein werden – durch eine Pandemie oder was auch immer. Im Podcast direkt nach dem Kino sind wir ganz unterschiedlicher Meinung und diskutieren zu siebt über Pacing und Musik, über ein absurdes Zwischenspiel, über Higs Hund und ein Happy End unter Sternen. Am Mikrofon: Johanna, Anke, Gabriele, Heidi, Marc, Tom und Thomas.